ughughs schwafelei
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Die Krise der Zeitungsverlage.

Die Zeitungsverlage, diesesmal in Gestalt der ENPA, haben erneut zum Sturm auf das Internet geblasen und – man merkt, ihre Lobbyismuserfahrung kann sich noch nicht mit den Einsatzmöglichkeiten, die sich die Musikindustrie im Laufe der Jahre geschaffen hat,  messen – wollen für diesen einen besseres Schutz ihrer “wertvollen Inhalte” durch den Staat1.

Dabei ist eigentlich genau diese Qualität das Kernproblem, dem sich die Verlage gegenwärtig gegenübersehen, denn daß Menschen bereit sind, für digitale Inhalte zu bezahlen, das machen iTunes, Libri und Amazon vor. Nur wird doch auch ein entsprechender Gegenwert geboten – aber bei Webseiten von Zeitungen, ja, Zeitungen selbst? Das Problem ist – wie bei der Musikindustrie, die Kunst hat zur Billigware verkommen lassen – letztendlich hausgemacht, indem man sich jahrelang neuen Konzepten wiedersetzte und lieber noch den letzten Cent aus dem Produkt herausquetschte hatte man am Ende das inhaltliche Äquivalent zum billigen Chinaramsch mit Marken-Aufkleber. Unsere Medienlandschaft hat sich schon so dermaßen stark selbst gelähmt durch Gefälligkeits- und Bagatell-“Journalismus”, daß die Menschen zusehends unwilliger werden, mehr dafür zu bezahlen, als diese Art der Berichterstattung wert ist – nämlich nichts.2

Wer über Jahre hinweg journalistische Tätigkeit immer mehr zurückfährt, investigativen Journalismus durch das C&P von Pressemitteilungen ersetzt, Redakteure durch ungeprüfte Agenturmeldungen, die direkt ins System eingespeist werden3 austauscht, wer Recherche mit Googeln und kritisches Nachhaken mit Hofberichterstattung verwechselt und sich eine Journalistengeneration heranzüchtet, die weder Zeit haben noch Fähigkeiten entwicklen können, Geschichten aufzubauen und mit Material zu unterfüttern, selbst wenn man ihnen das Geld dazu geben würde,was man natürlich auch unterlässt, um diese dann in permanenter Angst um ihren Job zu halten, statt sich vor sie zu stellen wie es ein Verleger müsste, dem es mehr um die Information seiner Leser, denn die Kungelei mit den Mächtigen geht, der kann aus betriebwirtschaftlicher Sicht sicherlich günstig Nachrichteninhalte produzieren und Form von Zeitungen und Zeitungswebseiten auf den Markt bringen.

Nur fehlen ihm früher oder später die Inhalte, für die noch jemand bereit ist, etwas zu bezahlen.

Was wir brauchen sind Verleger, die zu ihrer Zeitung stehen und die Leserinformation als ihr vorrangiges Ziel ansehen, mit Redakteuern, die den Konflikt nicht scheuen und Journalisten die ihre Arbeit machen – bis dahin wird das selbstproduzierte Loch der Verlage immer tiefer werden.4

  1. Zitat Lehari, seines Zeichens Präsident der ENPA []
  2. Wobei es im Netz wesentlich einfacher wäre, sich gegen die sicherlich vorhandene “Kostenlos”-Mentalität zu schützen. Man lässt die Sichtung seiner Seiten nur noch nach einer Zahlung zu und schließt Google aus. Das ist ein Einzeiler im Code. Aber genau da beginnt ja das Problem – Google ist nicht gerade der gute Samariter, aber er hat etwas, was die Verlage nicht haben: Ein funktionierendes Konzept, Geld, zu generieren. Und an das wollen Verlage heran. Das Geschrei, daß das, was Google macht, Unrecht sei, ist also nicht der Versuch, Google an welchselbigem zu hindern. Auch Verlage wissen, daß sie ohne Google praktisch unsichtbar sind im Netz. []
  3. Mein persönlicher Liebling bis heute findet sich bei Niggemeier []
  4. Weder Blogs noch Web2.0-Dienste wie Twitter sind bisher ein adäquater Ersatz, weil sie noch mit strukturellen Problemen zu kämpfen haben, aber das ist nur eine Frage der Zeit – wir stehen erst am Anfang einer Medienrevolution, durch welche die Verlage entweder weggewischt werden oder an deren Spitze sie sich stellen können, wenn sie sich auf Neues einlassen. []

2 Comments to “Die Krise der Zeitungsverlage.”

  1. Nachdem ich heute morgen in, handgestoppten, 3min27sec mit der Tageszeitung durch war, habe ich dem Nichts mehr hinzu zu fügen.

  2. [...] hier findet sich ein entsprechender Beitrag, der das Thema aus Sicht eines zahlungswilligen Konsumenten [...]

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