Apple an einem Montag Morgen

Der erste Eintrag in diesem Blog drehte sich ja, mancher mag sich an das Gejammer noch erinnern, um die bei mir gegenwärtig im Akkord auseinanderfallende Technik, die dabei auch mit traumwandlerischer Sicherheit passende Termine findet – so röchelte das iBook pünktlich zum Sommeranfang dahin und konnte, trotz sofortigen Versuchen von mir, für Austausch zu sorgen, erst am Ende des warmen Wetters ersetzt werden, während der Arbeitsrechner pünktlich dann den Dienst quittiert, wenn er für ein großes, seit einem Jahr brachliegendes Projekt benötigt würde.

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Wer nun aber wirklich glaubt, daß es damit geendet hätte, den muss ich enttäuschen … es ging munter weiter, und nein, damit meine ich nicht das wirkliche Drama des letzen Jahres.

In der Zwischenzeit ist die TimeCapsule entgültig gestorben. Und zwar den legendären 18Month-Death – einem der klassischen Serienfehler, die laut Apple nur in Einzelfällen auftreten – einigen Tausend.1 und musste ersetzt werden. Durch eine Airport-Basisstation, die plötzlich all die Probleme die ich in den letzten anderthalb Jahren in meinem Netzwerk hatte, verschwinden ließ. Die Festplatte konnte ich aus dem Gerät wenigstens noch retten und in ein neues Gehäuse packen – wodurch sie sich nicht mehr direkt als  TimeMaschine-Laufwerk eignete. Immerhin lernte ich dabei, dank einer Schraubenphalanx aus verschiedensten Schraubenköpfen, vollverklebten Gummiböden und einer lose im Gehäuse liegenden Festplatte, daß das Produktdesign von Apple in den letzten Jahren merklich gelitten hat – reichte früher doch ein Knopfdruck um das Innenleben eines Apfelgerätes offen vor sich zu haben.

Selbstverständlich war zwischendurch auch schonmal der Techniker von NetAaachen hier wegen der Netzwerkprobrobleme und hat … doof geschaut mal die Telefonbuchse ausgetauscht und glaubte allen ernstes, mich mit diesem Placebo in irgendeiner weise beindrucken zu können. Natürlich habe ich immer noch nicht die Geschwindigkeit, die ich bezahle und natürlich fällt nach wie vor das Netz 1-2 mal die Woche komplett aus, dafür ist aber mein Ping nun jenseits von gut und böse, was meiner Freizeitgestaltung sehr zuträglich ist, kann ich mir doch Online-Amoktraininslager2 schlichtweg sparen.

Auch der MacMini hat sich überlegt, daß tadelloses funktionieren eigentlich irgendwie uncool ist und wer etwas auf sich hält, der muss natürlich den einen oder anderen Spleen vorweisen. Also hat er sich fürderhin entschlossen, gelegentlich einfach das Netzwerk zu vergessen, zu dem er eigentlich gehört. Vermutlich steht er darauf, wenn ich ihm zum millionsten mal rektal das LAN-Kabel einführe, um ihm manuel zu zeigen, was er sowieso schon kennt.

Aber auf einer Macke kann man ja nicht stehen, also vergisst er zusätzlich auch gerne mal, daß er USB2-Anschlüsse hat. Das wäre an sich kein Problem, wenn an ihm nicht ein TV-Stick hängen würde, der zwingend USB2 benötigt und den Dienst einstellt, wenn ihm irgendjemand sagt, daß er an an einem schnöden 1.1 hängt, selbst wenn dieser eigentlich ein 2.0 ist – wer wiederspricht schon einem Gerät des hlg. Steve? Nun ist freilich das TV-Programm nicht so, als wenn an den Aufzeichnungen meine ganze Freizeitgestaltung hängen würde, nur braucht die Fernbedienung mit welcher der Macmini bedient wird den TV-Stick, der wiederrum USB2 … hatte ich eigentlich schon die Boxen erwähnt, die sich gegenwärtig immer häufiger mit einem lauten Brummen einfach verabschieden und so diskret andeuten, daß sie gerne und schnell in Rente geschickt werden möchten? Sind die wirklich wichtig, wenn man das nunmehr 4 iPhone-Kabel kauft, das auch schon bereits wieder den Sollbruchstellen-Fehler aufweist, den alle diese Kabel haben?3

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Ist ist das nur eine kleine, eher ärgerliche Aneinanderreihung von Unannehmlichkeiten, geht es natürlich auch immer eine Dimension größer: Heute stellte dann der iMac etwas unmotiviert seinen Dienst ein, er fand einfach die Systemplatte nicht mehr, respektive er fand sie, nannte sie aber einfach nur “media” und gab ihr 0kb Speicherplatz. Etwas dürftig, freilich – zumal sich dort etliche wichtige Daten drauf befinden. Nun kommt der Fehler, so das allwissendde Netz, des öfteren vor, eine Reihe von Lösungen wurden von ihm vorgeschlagen und nach knappen 6 Stunden investierter Zeit, einer im Chaos aus zu kurzen Jabeln, zu wenig USB-Buchsen und Steckdosen, beide natürlich gerne ungünstig platziert, versinkenden Wohnung, entlichen Läufen in den Keller auf der Suche nach immer neuen Kabeln und DVDs, nachdem ich das Netz durchforstet habe nach Reparatursoftware (auf die ganze Heerscharen schwören, die man auch online kaufen kann – dummerweise nur mit amerikanischer Kreditkarte und Adresse), nachdem ich DVDs mit dieser Software gebrannt habe, nachdem ich gefühlte 4 Millionen Neustart von 3 verschiedenen Rechnern aus gemacht habe weiß ich: es funktioniert bei mir – mich in meiner zunehmen fatalistischen Grundhaltung wenig überraschend – alles nicht.

Vor allem kumulieren nun zusehends die Ausfälle des letzten Jahres: Natürlich habe ich brav Backups gemacht … auf der TimeCapsule, die vor etwa 6 Wochen das Zeitliche segnete und die Sicherungspartition nicht mehr frei gab. Einfach platt machen und neu aufspielen schied also aus. Die Reparatursoftware fand das Laufwerk zwar, gab es aber leer aus. Leere Auswahlfelder kann man natürlich nicht auswählen. Um das zu beheben wäre zumindest ein Durchlauf des systemeigenen Hardwaretests nötig gewesen. Dieser wird von der System-DVD aus gestartet. Das geht aber nur vom internen Laufwerk aus, das letztes Jahr … na, ihr wisst schon. Im externen Ersatzlaufwerk wird wiederrum die 10.5-Disk des Updates erkannt, aber auf dem befindet sich kein Hardwaretest. Das war der Moment, wo mir die Schuhe platzen und ich grün anlief – zumindest in meiner Vorstellung.

Wenn Du das hier liest, werde ich vermutlich gerade mit dem iMac auf dem Weg sein und den Rechner zu Aixcess schleppen, die ihn für einen nicht geringen dreistelligen Obulus, welchen ich eigentlich freudenspendender investieren wollte, auseinandernehmen und hoffentlich irgendwie die Daten herausretten können, bevor sie ihn, mein Glück in letzter Zeit in dieser Hinsicht berücksichtigend, falsch wieder zusammenschrauben und ihn hoffentlich wieder funktionstüchtig herrichten.

Liebe Technikproduzenten, vorrangig Apple. Ich weiß nicht, was ich Euch getan habe, bin ich doch meinem Stockholmsyndrom immer willig gefolgt, aber ich bin nicht glücklich, ich bin gefrustet und so wirklich witzig finde ich das in Anbetracht einer vierstelligen Summe für Ersatz und Reparatur im Verlauf eines Jahres auch nicht mehr … und ich will verdammt noch mal endlich mal wieder ein Gerät, das an einem Dienstag gefertigt wurde!4

  1. Ich drücke ihm alle Daumen, aber es ist bezeichnend, daß die im selben Einkauf erstandende TimeCapsule von Sven weder in der Betriebszeit die Macken zeigte wie meine, noch auch nur ansatzweise den Eindruck erweckt, als würde sie auch nur an den 18MoD denken []
  2. Also Egoshooter :) []
  3. Vermutlich mit Ausnahme von Svens :) []
  4. Alternativ will ich den Namen desjeniegen, der ganz viele Voodoo-Puppen meiner technischen Gerätschaften hat und dem es eine diebische Freude zu sein scheint, darin herumzustochern []

Kommentare zu “Apple an einem Montag Morgen

  1. Ich danke dir für diesen bewegenden Bericht. Er hat mich davor bewahrt einen schwerwiegenden Fehler zu machen.
    Bevor ich ihn las, war ich kurz davor mir einen 24″ iMac zu bestellen, um zumindest im Privatbereich dem Windows den Rücken zu kehren.
    Ich danke dir von ganzen Herzen, daß du mich durch diesen Bericht vor einem fatalen Fehler bewahrt hast

  2. Pingback: Ausmistmonat, eine schöne Tradition … | ughughs schwafelei

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