Prof. UghUghs Appleleben
Aus der Reihe:
Cupertino darf nicht sterben.

Das iBook ist ein äusserst scheues Geschöpf, anzutreffen meist nur als Einzelgänger ist ein komplettes Rudel nur selten zu erspähen. Umso wichtiger ist die Auswilderung in Gefangenschaft aufgezogener iBooks in ihre natürliche Umgebung, wo sie von älteren Artgenossen das Überleben im harten Alltag des Wohnzimmers und die notwendigen Kentnisse und Programme erlernen können – denn iBooks sind Rudeltiere, sie lernen durch Beobachtung, wobei sie sich stark auf das dominante Männchen des Rudels konzentrieren, und  dessen Zeitresourcen mitunter vollkommen in Anspruch nehmen.
Wir haben nun die nahezu einmalige Gelegenheit, einer solche Auswilderung zu beobachten. Zu diesem Zwecke wurde ein in Cupertino gezüchtetes und in Leipzig aufgezogenes iBook, das nunmehr alt genug ist, um in der freien Wohnungsbahn zu überleben, betäubt und verschifft – wir erwarten jederzeit den Käfig nutzen aber die verbleibende Zeit, um das kleine Rudel der freilebenden iBooks langsam an die Anwesenheit unserer Kameraleute zu gewöhnen.



Auch das restliche Team besteht aus ausgesuchten Fachleuten.


iBooks sind, auch wenn sie in Rudeln auftreten, überwiegend einzellebende Exemplare – sie benötigen ihre eigenen Unterschlupf, in den sie sich nach einem Tag mit dem Rudel zurückziehen können – da wir noch nicht wissen, ob unser kleiner Neuankömmling vom Rudel aufgenommen wird, und ihm das Wissen um einen artgerechten Unterschlupf fehlt, ist somit die erste Aufgabe der Gruppe „iBooks dürfen nicht aussterben“, welche die Auswilderung fachlich berät, einen Unterschlupf bereitzustellen, den unser Neuankömmling nutzen kann. Da für ein einträgliches Gedeihen und eine reale Überlebenschance in der harten Natur eine entsprechende Behausung unabdingbar ist, wurden hier keine Kosten oder Mühen gescheut.

Mit wenigen Handgriffen ist die Behausung vorbereitet und in der Nähe des Rudels aufgestellt – hoffen wir darauf, daß unser kleiner Neuankömmling sie auch annimmt.

In den frühen Morgenstunden, traf unser kleiner Neuankömmling ein – es regnete in Strömen, kein guter Anfang.
Aber kaum bemerkt das iBook die wärmere Umgebungstemperatur (ideal sind 10-30 Grad Celsius) beginnt es damit, sich aus seiner Transportbox zu befreien. Die Methode derer es sich dabei bedient ist nach wie vor unbekannt, und auch uns konnte es nicht gelingen, es im Detail zu beobachten – anscheinend aber bedient es sich dabei seines äusserst robusten Panzers aus weißer Pappe.
Einige Minuten später, das iBook hat sich bereits nahezu komplett aus seiner Transportbox befreit. Diese Befreiung ist für die Auswilderung immens wichtig – frühere Versuche der Sozialisierung mit ihrer Umgebung bei denen man die Box einfach öffnette sind an den eigenwilligen Tierchen gescheitert und endeten nahezu stets mit der Ablehung durch das Rudel.
Ein besonderer Augenblick – das iBook hat sich nahezu vollständig befreit und erkundet die direkte Umgebung.  Sehr gut zu erkennen der weiße Papppanzer, der das possierliche Tierchen umgiebt und sicherlich bald mittels einer Häutung abgeworfen wird.

Der Moment der ersten Begegnung! Ein besonderer Moment, in dem unser kleiner Neuankömmling auf das Rudel trifft – vorsichtig nähert es sich an, immer auf dem Sprung. Es sieht recht gut aus, bisher verläuft alles normal. Sofort beginnt unser possierlicher Neuankömmling, seinen schützenden Panzer abzuwerfen, und signalisiert so seinen Wunsch, in das Rudel aufgenommen zu werden.


Auf die arttypischen Drohgebärden des Rudels – hier im Hintergrund sehr schön das Dominante Männchen, wie es aggresiv seinen wuchtigen Monitor zeigt – in solch kleiden Rudeln geht die Dominanz meist vom gruppenältesten Modell aus – reagiert unser kleiner Neuankömmling seinem Instinkt folgend mit der Präsentation all seiner Werte – sehr schön hierbei die unterwörfig geschlossene Monitorklappe – um so seine Nützlichkeit für das Rudel aufzuzeigen – ob hier auch die Schönheit des Präsentierten oder ihr reiner Beweis dafür, daß der Neuling nicht nur ein zusätzlicher Stromfresser ist eine Rolle spielt konnte noch nicht abschließend festgestellt werden und bedarf weiterer Beobachtungen.
Das dominante Männchen scheint willens den Neuankömmling im Rudel zu begrüßen – dadurch fühlt sich aber ein weiteres Gruppenmitglied in seiner Rangposition bedroht. Die Lage spitzt sich zu! Es kommt zu beiderseitigen Drohgebärden ...
... die schnell in eine ernsthafte Rangelei ausarten. Bei solchen Konflikten haben sich iBooks – sonst recht friedliche und genügsame Zeitgenossen – schon so manchen schweren Kratzer zugezogen, der sie den Rest ihres Lebends begleitete. Unser bunter Zeitgenosse hier sieht aber ziemlich kräftig aus – ob es da dem unerfahren Neuling gelingen wird, sich zu behaupten?
Nein! Das ältere iBook hat sich dank seiner Erfahrung durchgesetzt ...
... und bekommt das Weibchen.
Nichtsdesdotrotz – unser kleiner Neuankömmling hat seinen ersten Tag gemeistert und wird vom dominanten Männchen freudig in das Rudel aufgenommen – das schlimmste ist überstanden – nach diesem anstrengenden Tag hat er sich seinen Schlaf in der neuen Höhle redlich verdient.

Wir ziehen uns nun zurück und überlassen das Rudel bis auf weiteres sich selbst – sicherlich werden wir aber nochmal zurückkehren, um zu schauen, wie sich unser kleiner Neuankömmling gemacht hat.